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Törggelen... ganz persönlich

Der Projektverantwortliche Jürgen Tröger erklärt das Törggelen aus seiner Sicht:

Törggelen am Ursprung ist eine gemeinsame Initiative von IDM Südtirol (IDM) und dem Südtiroler Bauernbund, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Törggelen in Südtirol in seiner authentischen Form in der Alltagskultur zu stärken und qualitativ aufzuwerten.

Ein gemeinsames Anliegen ist es dabei einerseits das Törggelen bei Einheimischen und Gästen wieder verstärkt mit dem traditionellen bäuerlichen Buschenschank in Verbindung zu bringen. Andererseits steht hinter dem gemeinsamen Projekt der Gedanke, für Südtirols wichtigen Themen eine Qualitäts- und Authentizitätsdiskussion in Gang zu bringen: Das Törggelen, in Südtirol auch als „5. Jahreszeit“ bekannt, ist nur dann glaubhaft, wenn es dort stattfindet, wo Weinreben und Kastanien wachsen. Es gilt daher weiterhin aufzuzeigen, dass ein Brauchtum, das an Jahreszeiten und geografische Besonderheiten gebunden ist, nicht beliebig exportiert und praktiziert werden kann.

Am Ursprung standen ein Dank und Geselligkeit

Die meisten der historischen Quellen nennen dabei das Eisacktal als Ursprungsgebiet des Törggelen. Eisacktaler Bauern, die Wein anbauten und ihre Tiere auf die Weiden der Eisacktaler Bergbauern schickten, revanchierten sich mit einem herbstlichen Bauernschmaus und dem neuen Wein, dem „Nuien“. Törggelen als Abschluss eines Tauschhandels oder schlicht als Dankesmahl an die Erntehelfer. Zur Verkostung des neuen Weines stieg man einst um Martini in den Kelterraum, also jenen Raum, in dem die Weinpresse stand. Zur geselligen Runde hat man sich dann schließlich in die Stube gesetzt, wo die Bäuerin mit selbst zubereiteten Speisen aufwartete. Die 5. Jahreszeit endete um den 25. November (St. Kathrein) mit Beginn der Adventszeit. 

Hohe Qualitätsansprüche erhalten die Tradition

So waren es in diesem Jahr (2014) auch acht Eisacktaler Buschenschankbetriebe und einer in Oberbozen am Ritten, die sich erstmals an diesem Projekt beteiligt haben und die Törggelesaison mit einem zeitgleichen Entzünden eines “Keschtnfeuers“ am letzten September Wochenende eingeläu(ch)tet haben. Sie alle liegen am Eisacktaler Keschtnweg und erfüllen die im Vorfeld mit dem “Verein Leben am Keschtnweg“ und SMG gemeinsam erarbeiteten Qualitätskriterien. Diese erstellten Kriterien für ein qualitativ hochwertiges Törggelen mit primär Eigen- bzw. Lokalprodukten, lehnen sich stark an jene der Marke "Roter Hahn" an und wurden zwischenzeitlich entsprechend angepasst.

Basierend auf die Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Bauernbund, übernimmt dieser zukünftig die Kontrolle dieser Kriterien und teilnehmenden Betriebe. Interessierte Buschenschänke, die der Initiative beitreten möchten, können sich dabei seitens des Roten Hahn überprüfen lassen. Bei Erfüllung der Auflagen ist auch die Angliederung an die Angebotsgruppe Roter Hahn möglich, aber nicht verpflichtend.

Ausgehend vom Eisacktal soll „Törggelen am Ursprung“ in den nächsten Jahren auf ganz Südtirol ausgeweitet werden, natürlich nur dort, wo Weinreben und Kastanien wachsen.

"Törggelen" am Ursprung

Der Name des Brauchtums leitet sich vom lateinischen Wort „Torculum“ ab, der Weinpresse die im Südtiroler Dialekt auch „Torggl“ genannt wird. Mit einem Unterton der Beschönigung hat sich daraus schließlich die Bezeichnung „Törggelen“ ergeben.
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